Ethylenglykoldinitrat (EGDN)

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EGDN ist zwar nicht so empfindlich wie Nitroglycerin, trotzdem ist es gefährlich solange es nicht mit AN oder Kieselgur gebunden ist. Höchste Vorsicht ist geboten

Dieser Sprengstoff kann über die Haut bzw. über seine Dämpfe aufgenommen werden und wirkt stark Blutdrucksenkend. Ein Komplettschutz aus Chemikalienbeständigen Anziehsachen am Oberkörper und Kopf ist also Pflicht. Sobald Kopfschmerzen auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen

 

Ethylenglykoldinitrat (EGDN) ist eine farblose Flüssigkeit mit schwachem, charakterischen Geruch. Es ist nicht hygroskopisch, wenig löslich in Wasser und leicht löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln. EGDN ist von seinen chemischen Eigenschaften und von der Herstellung fast das gleiche wie Nitroglycerin. EGDN ist allerdings deutlich flüchtiger an der Luft und 4mal wasserlöslicher. Sobald EGDN warm wird, beginnt es sich zu verflüchtigen.

Stoffdaten

  • Detonationsgeschwindigkeit: 7300m/s
  • Bleiblockausbauchung: 620 ccm
  • Empfindlichkeit: fast so empfindlich wie Nitroglycerin
  • Sauerstoff-Bilanz: 0
  • Toxizität: Sehr giftig

 

Materialien

  • Bechergläser
  • Thermometer
  • Rührstab bzw. Magnetrührer
  • Pipette

 

Chemikalien

  • 61ml Schwefelsäure (75%)
  • 42ml Salpetersäure (75%)
  • 25ml Glykol (Ethylenglykol)
  • 100ml Schwefelsäure (75%)
  • 60g Ammoniumnitrat
  • 25ml Glykol (Ethylenglykol)
  • 80ml Schwefelsäure (96%)
  • 63ml Salpetersäure (65%)
  • 25ml Glykol (Ethylenglykol)

 

Herstellung

1) In einem geeigneten Becherglas vermischt man vorsichtig die Säuren bzw. das Ammoniumnitrat mit den Säuren.

2) Danach baut man das Eisbad auf und kühlt darin das Beherglas auf 8°C ab.

3) Jetzt gibt man tropfenweise das Glykol hinzu.

Die Temperatur immer auf 8-10°C halten

4) Sobald das komplette Glykol hinzugegeben wurde, wird unter weiterem kühlen 15 Minuten lang umgerührt. Danach stellt man die Lösung für 20 Minuten an einen dunklen Ort.

 

 

5) Es bilden sich 2 Phasen im Becherglas. Das EGDN befindet sich an de Oberfläche, die Säuren darunter. Das EGDN kann man mit einer Pipette absaugen.