Erythritoltetranitrat (ETN) plastifizieren

Posted on by

So, wir haben das ETN in der letzten Synthese hergestellt, nun wollen wir es noch plastifizieren und einfärben. Beides lässt sich im Grunde in einem Schritt erledigen, erfordert aber ein wenig Zeit. Zudem ist diese Anleitung ausschließlich für ETN gedacht. Andere Sprengstoffe wie PETN oder RDX benötigen abweichende Zusammensetzungen der Mischungen.

 

Schritt 1 – PIB Extrahieren
Mithilfe von Waschbenzin und PIB Tape bzw. Sanikit kann man PIB gewinnen:
PIB Herstellung Forum

 

Schritt 2 – PIB Gehalt bestimmen
Im Grunde muss man bei jedem neuen Ansatz die Menge des enthaltenen PIB*s bestimmen. Dazu gibt man 5g der PIB Lösung auf eine Petrischale und lässt das Waschbenzin verdunsten, ein Fön beschleunigt diesen Vorgang extrem.

In diesem Fall habe ich aus 5g Ansatz genau 0,59g PIB gewonnen, also 0,118g PIB auf 1g Ansatz. Dieser Wert ist später wichtig fürs rechnen.

 

  

Schritt 3 – Das ETN vorbereiten
Mit am wichtigsten für das erfolgreiche plastifizieren ist die Vorbereitung des ETN. Dieses muss so fein wie möglich sein. Kleine und große Klumpen lassen das Plastik-ETN später eher wie eine Metwurst aussehen, wie auf diesem Bild zu sehen. Außerdem „bricht“ die Masse viel schneller an diesen Klumpen. Aus diesem Grund sollte man das ETN einmal zu feinem Pulver zerreiben

(Dies ist mir beim erstellen der Anleitung auch nicht perfekt gelungen)

 

Schritt 4 – Das plastifizieren
Ist soweit alles vorbereitet, kann man das plastifizieren starten. Dazu schauen wir zuerst auf die bekannten Mischungen:

 

ETN 80g
PIB 10g
Öl 12g

 

(Diese Mischung ist weicher und es klebt besser)
ETN 80g
PIB 20g
Öl 10g

 

Und einen Ansatz nach Liptakov
93% ETN
3,5% PIB
3,5% Öl

 

 

Zuerst sei gesagt….diese Werte sind nur grobe Richtwerte. Am Ende ist es immer ein Balanceakt, wie viel der drei Komponenten zusammenfinden müssen. Auch die Molmasse des PIB ist ein wichtiger Faktor. Und zu guter letzt lernt man durch die Praxis auch eigene Erfahrungswerte kennen.

 

Ist das ETN z.B. einmal doch noch zu glibbrig geworden (zu viel Öl), muss man etwas ETN hinzufügen, ist es brüchig dann fehlt eventuell etwas PIB, aber Öl ist genug drin. Je öfter man Plastiksprengstoffe herstellt, desto besser wird das Gefühl wie sich die richtige Zusammensetzung „anfühlen“ muss.

 

1) Zuerst wiegt man die entsprechende Menge ETN ab, und gibt dieses in ein Becherglas oder geputztes Marmeladenglas (besser geeignet wenn man das Laborglas nicht dafür dreckig machen will). In diesem Beispiel stellen wir das weiche ETN her, aber nur die halbe Menge, also benötigen wir statt 80g ETN nur 40g

 

  

 

2) Nun gibt man die passende Menge des PIB Ansatzes hinzu, wir hatten 0,118g PIB auf 1g Ansatz, also benötigen wir für die halbe Menge des weichen Plastik–ETN 10g PIB.

 

1g Ansatz = 0,118g PIB
?g Ansatz = 10gPIB??

 

10g / 0,118g = 84g Ansatz
Beide Stoffe werden 10 Minuten lang verrührt, bis man einen sehr homogenen Brei erhält. Möchte man dem ETN eine Farbe geben, so rührt man noch ein wenig Eisenoxid unter (hier 1,5g). Das Oxid gibt es in allen möglichen Farben zu kaufen.

 

        

 

3) Diesen Brei gibt man nun auf eine große Glasschale und lässt das Waschbenzin verdunsten, auch hier beschleunigt ein Fön den Prozess extrem. Allerdings sind die Dämpfe des Benzins schon sehr stark, und man sollte im Freien oder unterm Abzug arbeiten. Während das Benzin verdampft, schichtet man mit einem Holzspatel oder Löffel immer wieder das ETN um bis ein feines Pulver entsteht. Ist wirklich kein Benzingeruch mehr zu bemerken, kann mit dem nächsten Schritt fortgefahren werden.

 

           

 

Hier kennt man die Unterschiedlichen PIB Sorten am besten, Das PIB aus dem Tape lässt es im Grunde nicht zu, dass das ETN wieder pulvrig wird, es verbleibt in einer Art Teig. Darim muss man nun das Öl einkneten. Beim Sanikit PIb kann man bequem das Öl auf dem Krümeln verteilen.

 

4) Das ETN wird in der Mitte der Schale zu einem Haufen mit Kuhle geformt, und das Öl drüber gegossen. Nun wird gleichmäßig vermischt, geknetet und zusammengekratzt. Dieser Vorgang kann sich durchaus mal über eine Stunde hinziehen, aber je homogener der Klumpen später wird, desto besser, zu viel kneten geht im Grunde nicht.