Bleistyphnat Synthese

Posted on by
Allgemeine Infos
Bleistyphnat, auch Bleitrinitroresorcinat genannt, ist das Bleisalz der Styphninsäure, welche aus Resorcin gewonnen wird. Dieser Initialsprengstoff ist sehr kraftvoll und wird bis heute vor allem noch in Anzündhütchen verwendet. Aber auch als Alternative zum weltweit eingesetzten Bleiazid kommt er relativ häufig vor, wobei seine extreme Empfindlichkeit gegenüber elektrostatischen Aufladungen seine praktische Verwendung einschränkt.

 

Das Bleisalz bildet sehr feine gelblich- bis braungoldene Kristalle mit einem Schmelzpunkt von ca. 190°C, ab 275°C verpufft es schlagartig. Es ist unlöslich in Wasser, Chloroform, Ether, Benzol oder Toulol. Schwach löslich hingegen in heißem Ethanol und Aceton.

 

Da die Synthese ein wenig aufwendiger ist, und man erst Styphninsäure herstellen muss, findet er in der Hobby-Bomber Szene eher wenig Aufmerksamkeit. Allerdings ist die leichte Beschaffung der Ausgangschemikalien ein extremer Vorteil gegenüber Bleiazid oder HMTD. Zudem ist er bei weitem nicht so empfindlich wie die organischen Peroxide.

 

Generell sollte man Sprengstoffe, vor allem Initialsprengstoffe nicht lagern, sondern schnell weiter verarbeiten!
Kleinste Mengen Bleistyphnat explodieren mit einem lauten Knall!

 

 

Warnhinweise

– Styphninsäure ist wie alle Initialsprengstoffe Reib-, Schlag- und Wärmeempfindlich
– Styphninsäure ist als gesundheitsschädlich eingestuft
– Bei der Synthese wird mit konz. Säuren gearbeitet, unbedingt Schutzhandschuhe und Atemschutz           tragen, oder im freien (bzw. Abzug) Experimentieren
– Bleistyphnat ist ein empfindlicher Initialsprengstoff
– Bleistyphnat ist umweltgefährdend und giftig

Nochmals die Warnung, Bleistyphnat muss um jeden Preis vor elektrostatischen Aufladungen geschützt werden!!! Nur nicht leitende Materialien verwenden und immer Gummihandschuhe tragen! Initialkapseln aus Hartplastik verwenden!

 

 

Stoffdaten
Name: Bleistyphnat
Trivialnamen: – Trizinat
– Bleitrizinat
– Blei-2,4,6-trinitroresorcinat
– Blei-2,4,6-trinitro-m-phenylendioxid
Summenformel: C6HN3O8Pb
CAS-Nummer: 15245-44-0
Molare Masse : 450,28g/mol
Dichte: maximal 3,07g/cm3
Schmelzpunkt: 190°C (Zersetzung)
Detonationsgeschwindigkeit:  bis zu 5200m/s
Bleiblockausbauchung: 13cm3/g
Schlagempfindlichkeit:  2,5-5N
Reibempfindlichkeit:   1,5N
Sauerstoffbilanz:  -18,8%

 

Weiterführende Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Bleitrinitroresorcinat
http://www.lambdasyn.org/synfiles/bleistyphnat.htm

 

Quelle der Synthese
– Lambda Synthesen und Sciencemadness

 

Materialien
– 100ml Becherglas
– Reagenzglas
– Laborthermometer
– Löffel
– Waage
– Petrischale
– Glastrichter
– Filter
– Auffanggefäß
– Magnetrührer + Rührfisch
– Stativ (optional)

 

Chemikalien
– 1,2g Styphninsäure
– 250mg Magnesiumoxid
– 2,0g Bleinitrat

Durchführung
1) Zuerst löst man 1,2g Styphninsäure in 30ml destilliertem Wasser und erhitzt dieses auf 50°C. Anschließend wird unter ständigem Rühren 250mg Magnesiumoxid hinzugefügt. Dabei steigt die Temperatur leicht an, aber nur bis auf max. 60°C.  Anfangs ist die Lösung noch leicht trüb, nach Zugabe des Oxids dürfte sie sich aber aufklaren und die Farbe ins orangene wechseln

        

2) Man rührt noch 20 Minuten weiter um, und filtert die Lösung einmal.

 


3) In die gefilterte Lösung gibt man nun unter erneutem Rühren eine Lösung aus 2g Bleinitrat und 14ml Wasser. Das Bleistyphnat fällt augenblicklich aus und kann, nachdem die Lösung auf Raumtemperatur abgekühlt ist, abgefiltert werden

 

      

 

Es kann sich so viel Bleistyphnat bilden, das der Magnetrührer kurzzeitig überfordert ist. In diesem Fall mit einem Thermometer oder Glasstab kurz umrühren

 

4) Gewaschen wird mit Eiswasser und auf einer Plastik- bzw. Glasschale an einem dunklen Ort                   getrocknet.

 

 

Nach dem trocknen ist Bleistyphnat extrem empfindlich gegenüber elektrostatischen Aufladungen, vor dem Arbeiten mit diesem Sprengstoff unbedingt Erden, Gummihandschuhe tragen und nur nicht leitende Materialien verwenden!
Empfohlen wird eine Mischung aus Bleistyphnat und Tetrazen bzw. Bleiazid

 

Praktische Ausbeute
1,44g Bleistyphnat