Rakete

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Einleitung

Raketen zu bauen ist schwer, da sind sich die meisten von uns einig. Die Konstruktion zu bauen ist einfach, aber sie auch in die Luft zu bekommen stellt schon bei kleinen Fehlern ein Problem dar. Oft kommt es vor, dass die Rakete ohne genaue Planung und nach Augenmaß gebaut wird. Dann hört man Geschichten wie „am Boden explodiert“, „nur 10m gestiegen“ oder „Rakete wurde zur Sidewinder“.

Die hier geschriebene Anleitung zum Bau des Körpers haben wir vor einigen Jahren im Internet gefunden, ein wenig modifiziert und ein gutes dutzend mal erfolgreich getestet. Selten haben wir eine so gute und genaue Anleitung zum Thema „Raketen“ gefunden.

Es gibt hauptsächlich zwei Typen von Raketen, Schwarzpulver- und Kaliumnitratraketen. Raketen aus Kaliumnitrat fliegen deutlich weiter (siehe Kassam der Hamas), werden dafür aber auch heißer. Die Anleitung unten ist auf keinen Fall für Schwarzpulverraketen gedacht. Raketen mit Schwarzpulver, baut man doch besser aus Pappe statt PVC

Aufbau

So soll unsere Rakete später aussehen:

Materialien

  • 25mm PVC Installationsrohr
  • 22mm Rundholz
  • Panzertape
  • Heißkleber
  • Wasserglas (Natronwasserglas)

 

Werkzeuge

  • 3 und 8mm Bohrer
  • 12° Senker (optional)
  • Holzsäge
  • Pinsel
  • Bunsenbrenner/Herdplatte
  • Schiebelehre/Lineal

 

Chemikalien

  • 60g Kaliumnitrat
  • 40g Zucker
  • 5g Eisen(III)Oxid (rot)

Herstellung – Körper (Teil 1)

1) Zuerst sägt man ein 10cm langes Stück aus dem Rohr hinaus. Je nach Gewicht der Effektladung braucht man natürlich mehr Treibstoff und ein längeres Rohr. Hier reichen aber erst mal die 10cm.

2) Durch die spätere Verbrennung des Treibstoffes entsteht an der Düse ein gewaltiger Druck.

 

Damit die Düse nicht aus dem Rohr geschossen wird, drückt man den Rand nach vorsichtigen erhitzen mit dem/der Bunsenbrenner/ Herdplatte durch rollen auf einer Unterlage nach Innen.

 

Die Hülle ist jetzt soweit mal fertig, wenden wir uns nun der Düse zu.

 

Herstellung – Düse

1) Aus dem Rundholz wird ein 15mm breites Stück abgesägt.

 

2) Danach muss man noch ein Loch in das Stück (die spätere Düse) bohren. Dieses Loch muss allerdings so gerade wie möglich sein, ansonsten fliegt die Rakete nichtsenkrecht in den Himmel.

Hier ist man mit einem Schraubstock und einer Standbohrmaschine absolut im Vorteil. Wer so was nicht zuhause hat, der kann folgende Konstruktion benutzen. Man nimmt das PVC-Rohr aus dem ersten Schritt, legt den Rohling hinein und drückt mit dem restlichen Rundholz nach. Jetzt spannt man den 3mm Bohrer ein und setzt genau an der Mitte an.

3) Mit dem 8mm Bohrer wird jetzt auf gleiche Weise das Loch aufgebohrt.Man kann die Düse jetzt schon so lassen. Durch den nächsten Schritt fliegt sie ein bisschen stabiler, und der Sound beim Abflug hört sich besser an.

 

4) (Optional) Mit dem 12° Senker wird das Loch so aufgeweitet das 5mm vom 8mm Loch noch übrig sind. Die Düse ist jetzt fast fertig und würde schon gut funktionieren, nur das Holz ist schutzlos der Verbrennungshitze ausgeliefert.

 

5) Dafür nimmt man jetzt das Wasserglas und pinselt die Düse innen damit ein und auch die nach innen zeigende Seite wird damit eingepinselt.

 

6) Zum einsetzen der Düse in die Hülle, drückt man wieder mit dem Rundholz die Düse (Achtung auf die Richtung, der aufgeweitet Teil soll nach außen schauen) gegen den abgerundeten Teil des PVC Rohres und füllt den Zwischenraum jetzt mit Heißkleber aus.

 

Herstellung – Körper (Teil 2)

1) Jetzt fehlt der Hülle noch der Deckel, dazu schneidet man sich eine 1cm Scheibe vom Rundholz ab, und bohrt recht mittig ein 3mm Loch hinein (sollte schon in der Mitte sein, ist aber nicht so kritisch). Das Loch kann weggelassen werden, wenn kein Effekt gezündet werden will.

 

Treibstoff

Es wird ein KNO3/Sorbit (Zucker) Antrieb verwendet, dieser ist wohl am einfachsten zum Herstellen und sehr sicher! Noch dazu braucht man sich keine großen Sorgen damit machen, ist nur Pöckelsalz/Dünger und Zucker.

 

Verhältnis

  • 60% KNO3
  • 40% Sorbit
  • 5g Eisen(III)Oxid

 

Herstellung

1) Die Heizplatte einschalten und 40g Zucker solange erhitzen, bis er schmilzt.

2) Jetzt gibt man die 60g KNO3 hinzu und rührt kräftig um. Die Mischung darf auf keinen fall zu heiß werden, da sie sich sonst selbst entzündet.

3) Noch 5g Eisen(III)Oxid dazu geben und weiter kräftig umrühren. Der Treibstoff ist somit schon fertig, und muss nun schnell weiterverarbeitet werden. Die folgenden Schritte, die dem hinzugeben des Treibstoffes zuvor liegen, sollten schon vorher vorbereitet werden.

Verarbeitung

1) Durch die Düse sollte jetzt ein Pinsel oder sonst ein passender Gegenstand gerückt werden. Dabei sollte beachtetet werden, dass zwischen dem Ende des Pinsels und dem gedachten Deckel genug Distanz ist, sonst wird der Effektsatz zu früh gezündet.

 

2) Danach nimmt man den Topf mit dem Treibstoff von der Platte und lässt den Treibstoff langsam in die Hülle laufen (an einer Seite hineinlaufen lassen, um Luftblasen zu verhindern).

Es sollte bis 15mm unter den Rand Treibstoff stehen. Der Deckel wird jetzt auf den Treibstoff gedrückt, und in das kleine Loch kommt eine Zündschnur (nicht zu weit hineindrücken, sonst wird sie zu früh gezündet).

 

3) Damit der Deckel hält, werden die Kanten umgebogen. Die Zwischenräume werden mit Heißklebe verstärkt.

4) Jetzt heißt es warten, bis man den Pinsel rausnehmen kann. Sobald der Körper nur noch „Handwarm“ ist, klingt blöd, dreht man den Pinsel langsam aus dem Treibstoff raus.

5) Der Körper wird zum aushärten irgendwo hingestellt (nicht legen, er ist noch nicht ganz fest). Sollte die Seele zu tief oder zu wenig tief geworden sein, wird mit dem 8mm Bohrer einfach durch die Düse durch auf die gewünschte Tiefe gebohrt (keine Sorge, man müsste schon sehr lange und mit hoher Drehzahl rumbohren das der Antrieb zündet). Man kann jetzt ein paar Tropfen flüssigen Treibstoff hineinträufeln und ihn mit einem dünnen Stab drinnen Feststopfen (um die Seele zu verkürzen) und danach wieder hineinbohren, bis die Länge passt.

6) Zuletzt wird der Körper mit dem Panzertape umwickelt um sicher zu gehen, dass er nicht durchbrennt (vor allem bei längeren Versionen unbedingt machen!)

 

Zündung und Leitstab

Die Zündung sollte am Ende der Seele erfolgen, sonst brennt der Treibstoff in Düsennähe am schnellsten durch und die Gefahr, dass das PVC dort aufplatzt ist sehr groß.

 

1) Man nimmt ein Stück Zündschnur und steckt es in die Seele, sie muss am Ende der Seele anstehen und so 5-6cm rausschauen.

2) Jetzt umwickelt man den Teil innerhalb der Seele mit Tape und lässt oben 5mm frei. Durch das Umwickeln wird die Zündschnur diesen Bereich sehr schnell durchbrennen, aber wenigstens entzündet sie nicht den Treibstoff im unteren Bereih des Körpers. Wenn die Zündschnur nicht in der Rakete hält, einfach einen Klecks Kleber oder noch warmen Treibstoff an ihre Spitze bringen und bis oben in die Seele schieben.

 

3) Damit die Rakete noch aber senkrecht in den Himmel steigt, muss man noch einen Leitstab an die Seite des Körpers anbringen. Die Länge sollte so gewählt sein, dass der Schwerpunkt hinter der Düse liegt. Mit 2-3 straffen Umwicklungen Tape wird der Antrieb gerade auf den Leitstab geklebt.

Damit ist die Rakete fertig, anzünden und Spaß haben