Mörser

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Der Mörser, auch Abschuss- bzw. Bombenrohr genannt, ist die Grundvorraussetzung bei der Entwicklung von großen Feuerwerkskörpern wie Kugel- und Zylinderbomben. Bevor man sich an den Bau der Bomben setzt, sollte man bereits einen funktionieren Mörser zur Verfügung haben.

Professionelle und Qualitativ hochwertige Mörser kann jeder frei im Internet kaufen. Allerdings werden diese, besonders bei steigendem Kaliber, schnell sehr teuer.

Selbstgebaute Mörser aus HT Rohren sind da natürlich eine günstige und beliebte Ausweichmöglichkeit. Im Baumarkt findet man die entsprechenden Materialien für fast jedes Kaliber meistens schon für unter 5€. Allerdings haben diese Mörser auch einen empfindlichen Nachteil, ihre Widerstandfähigkeit.

Jeder sollte also für sich selbst entscheiden, wie viel ihm seine Sicherheit wert ist. Der perfekte Kompromiss ist vielleicht der von uns entwickelte Ungarn-Mörser.

 

Der einfache HT-Mörser

 

Der einfache HT-Mörser beruht auf dem Prinzip des PVC-Böllers. Nur ist er an einer Seite offen und mit einer optimalen Wandstärke von 3-5mm deutlich stabiler.

In den Anleitungen sind weder Längenangaben, noch Kalibergrößen angegeben. Das liegt an der großen Vielfalt der Größen. Jeder Pyrotechniker sollte schon selbst wissen, welche Kalibergröße (also Durchmesser des Rohres) er braucht um seine Ladungen erfolgreich in den Himmel schießen zu können. Und das ein Mörser niemals 2m lang, sondern meistens nie über 1,20m hinaus geht, dürfte ebenfalls klar sein.

 

Materialien

  • HT-Rohr (grau oder orange ist egal)
  • Aluminiumfolie
  • Mörtel/Heißklebe/Ton
  • Stopfinstrument (Rundholz etc.)

 

Herstellung

1) Das HT-Rohr wird auf die gewünschte Länge geschnitten. Danach knüllt man solange Aluminiumfolie in der Faust zusammen, bis der „Ball“ die Größe der Faust erreicht hat.

2) Dieser Ball wird nun in das Rohr gedrückt und mit einem passenden Rundholz oder ähnlichem zusammengepresst. Heraus kommt ein Aluminiumstopfen der hart wie Stein ist und den wir bereits aus den PVC-Böllern kennen.

3) Ähnlich wie beim Böller wird der Stopfen ca. 5cm in ein Ende des Rohrs geschoben. Der kurze Freiraum wird nun mit einem widerstandfähigen Material aufgefüllt.

 

Mörtel und Ton können bröckeln, Heißklebe hat sich als extrem widerstandsfähig in jeder Wetterlage bewährt. Den Mörser nie ohne Sicherung aufstellen. Entweder zum Teil eingraben oder in ein Holzgerüst oder Bierkiste stellen

Bei dieser Mörserart niemals Flash als Treibladung verwenden

Der Ungarn-Mörser

Der so genannte „Ungarn-Mörser“  ist eine von uns selbst entwickelte Konstruktion, die es ermöglicht, die Widerstandsfähigkeit eines normalen HT-Mörsers deutlich zu erhöhen.

Die Idee bekamen wir auf dem Europa-Treff der Hobby-Pyrotechniker in Ungarn 2009. Nach einem Rohrkrepierer verloren wir unseren einzigen professionellen Mörser und mussten die restlichen, sehr starken Bomben auf eine andere Weise abfeuern. Zwar hatte unsere Gruppe noch normale Mörser aus HT dabei, allerdings wären diese aufgrund der großen Ausstoßladungen schnell geplatzt. Da der Boden aber steinhart gefroren war, und wir auch keine Stützkonstruktion zur Hand hatten, kam uns an einem örtlichen Sandkasten die Idee.

 

Materialien

  • HT-Mörser
  • Rohr (einseitig verschlossen, min. 3facher Durchmesser des Mörsers)
  • Sand (möglichst trocken)

 

Herstellung

1) Das zweite Rohr wird einseitig verschlossen (mit viel Mörtel auf ein Brett kleben reicht im Notfall). Es kann aber auch einfach ca. 20cm im Boden versenkt werden.

2) In dieses Rohr stellt man jetzt den HT-Mörser mittig auf, und füllt den Raum zwischen den Rohren mit dem Sand auf. Um den Effekt theoretisch noch zu steigern, kann man noch, bevor man den Mörser ins Rohr stellt, dessen Boden mit Sand auslegen.

Der Sand sollte trocken und so fein wie Sandkastensand sein. Sollte er nass werden, wird er bei jeder Zündung vom Mörser eingedrückt, die dämpfende Wirkung verpufft

Kommentar der Autoren

Die Änderungen der Konstruktion im Vergleich zum normalen Mörser sind natürlich banal. Überraschend ist jedoch die ungeheuere Wirkung. Durch diese Konstruktion konnten wir auch Kugelbomben abfeuern, deren Ausstoßladung den Mörser normalerweise innerhalb weniger Versuche zerstört hätten.

Insgesamt hat die Konstruktion noch 2 Tage gehalten. Ob auch Sand zwischen den Rohrböden gelegt wird, ist Ansichtssache, schaden kann es nicht.