Improvisierter Nebelwerfer

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Ein Nebelwerfer in der Pyrotechnik? Was wie der größte Frevel seit dem „Donnerschlag“ gilt, ist in Wirklichkeit eine geniale Effektladung für Raketen und Bomben.

Um einen solch guten Effekt zu erzielen, benötigt man aber schon eine Menge Material. Dementsprechende wächst auch die Größe und „Gewalt“ der Rakete/Bombe. Darum wurde diese Anleitung von uns als „höheres Feuerwerk“ eingestuft, staunende Augen sind auf jeden Fall garantiert.

Allerdings erklären wir hier nur die Herstellung der Raucheffekte. Der Aufbau selbst ist gleich mit einer normalen Rakete/Bombe und kann in den entsprechenden Anleitungen nachgelesen werden. Anstelle von Sternen, werden hier einfach die einzelnen Effekte verwendet.

 

Methode 1:  Smokekügelchen

Jeder der schon mal eine Smoke in die Luft geworfen hat, wird auch bemerkt haben, dass sie beim herunterfallen einen Schweif hinter sich herzieht. Dieser verteilt sich langsam in Windrichtung. Es ist also nahe liegend, Effektladungen aus normalem KNO-Zucker Smokemixes zu verwenden. Bei einer explodierenden KNO-Zucker Rakete sieht man das Prinzip noch deutlicher:

Dieses Prinzip funktioniert erstaunlich gut. Nur müssen die KNO-Zucker Stücke groß genug sein. Kleine Stücke brennen innerhalb von Sekunden ab und erreichen kaum den Boden, abhängig von der Steighöhe der Rakete/Bombe.

 

Herstellung

1) Man stellt den ganz normalen KNO-Zucker Mix her (durch zusammenschmelzen) und gießt diesen in kleine runde Formen. Zylindrische Formen oder dicke Bodenkleckse gehen auch.

2) Sobald die Stücke nur noch handwarm sind, werden sie mit Schwarzpulver ummantelt. Dazu kann man sie wie Sterne rollen, mit SP einfach überstreuen oder in einem Behältnis mit SP herumwälzen.

Es erfordert einiges an Übung den richtigen Zeitpunkt der SP-Hinzugabe zu erkennen. Ist die Masse schon zu kalt, wird das SP nicht lange an den Stücken kleben bleiben

3) Da KNO Wasser anzieht, werden die noch warmen Stücke luftdicht verpackt (am besten eingeschweißt) oder sofort verwendet.

Methode 2:  HC Rauchmix der US Army

Der HC Rauchmix wird noch heute von der US Army verwendet. Es handelt sich um ein Gemisch aus Hexachloroethan (HC), Zinkoxid und Alupulver. Für Anfänger ist es zwar schwer an Hexachloroethan ranzukommen. Aber wenn man es schafft, erhält man ein langsam abbrennendes Pulver, das dicken Rauch erzeigt.

 

Chemikalien

  • 45g Hexachloroethan
  • 45g Zinkoxid
  • 10g Alupulver (German/Black/Dark Alu)

 

Herstellung

1) Alle Stoffe werden trocken zu talkumfeinen Pulver zerrieben. Das Alupulver muss mindestens so fein wie German Dark Alu sein.

2) Danach vermischt man die Stoffe zu einem homogenen Gemisch und presst dieses mit einer hydraulischen Presse in kleine Zylinder.

Rollen funktioniert hier nicht, pressen ist fast die einzige Möglichkeit

Mit Bindern wie Dextrin kann man es versuchen. Allerdings werden die Chemikalien dabei nass und müssten trocknen

 

3) Die Zerlegerladung der Rakete/Bombe muss aus starkem Flash bestehen da die Mischung trotz des feinen Aluminiumpulvers nur schwer zündbar ist. Flash zwischen den Zylindern verbessert