Salzsäure Synthese über Natriumhydrogensulfat

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Den Standart Ansatz zur Herstellung von Salzsäure habe ich ja schon in der folgenden Anleitung dargestellt:

 

https://xplosives.net/wp/chemikalien/sal…felsaeure/

 

Aus diesem Grund spare ich mir hier die allgemeine Definition usw. aber die Reaktion kann natürlich trotzdem kurz erklärt werden. Im Grunde muss nicht anderes getan werden als Natriumhydrogensulfat und Kochsalz miteinander zu vermischen. Um die Reaktion in Gang zu bringen ist nichts weiter nötig als Hitze. Dabei entsteht neben Natriumsulfat auch der gewünschte Chlorwasserstoff, welcher wieder in Wasser zur Salzsäure gebunden wird.

 

Die Reaktionsgleichung:

 

NaHSO4 + NaCl = HCL + Na2SO4

 

!!!Warnung!!!

 

Der Umgang mit Salzsäure erfordert höchste Vorsicht und Sorgfältigkeit sowie ausreichende Schutzmaßnahmen. Die Säure ist extrem ätzend und ihre Dämpfe, welche auch bei niedrigen Temperaturen deutlich in Erscheinung treten schädigen in kurzer Zeit Augen, Schleimhäute und Lunge. Vor allem die Schleimhäute können innerhalb von Sekunden auch von den Dämpfen handelsüblicher 35%iger Salzsäure schwer geschädigt werden. Eine Maske bietet dem restlichen Körper keinen ausreichenden Schutz, ein Abzug oder das arbeiten im Freien sind Pflicht.

 

Auch die Lagerung gestaltet sich nicht immer einfach. Die Säure sollte immer so kalt wie möglich gelagert werden. Wer im Keller der Eltern noch alte Reinigungsflaschen mit einer Konzentration von 11 oder 14% findet, bemerkt auch oft feine weiße Kristalle die sich an der Außenseite der Flasche befinden. Das ist im Grunde die Salzsäure welche langsam aus der Flasche kriecht, ähnlich stark und schnell wie hoko. Salpetersäure. Je kühler die Säure gehalten wird, desto langsamer geht der Prozess voran. Trotzdem sollte beim Umgang mit dem Aufbewahrungsgefäß immer an Schutzhandschuhe gedacht werden.

 

Stoffdaten
Name: Salzsäure
Trivialnamen: Chlorwasserstoffsäure
Summelnformel: HCl (aq)
CAS-Nummer: 7647-01-0
Dichte: 1,19g/cm3 (bei einer Konzentration von 37%)
Molare Masse: 36,46g/mol
Schmelzpunkt: -30°C
Azeotrope Siedepunktsmaximum: 20,2% mit einer Siedetemperatur von 109°C

 

Weiterführende Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Salzs%C3%A4ure

http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_hcl.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorwasserstoff

 

Warnhinweise
– Salzsäure und vor allem seine Dämpfe sind extrem ätzend und gesundheitsgefährdend
– Chlorwasserstoff ist ätzend!
– Nur mit Abzug oder im Freien arbeiten!
– Säureschutzkleidung und Schutzbrille sind Pflicht!

 

Materialien
– 1000 oder 500ml Zweihals-Rundkolben oder Erlenmeyerkolben mit Lochstopfen
– Normschliff Übergang auf Glasolive
– Gaswaschflasche
– Silikonschläuche
– Bunsenbrenner oder starke Heizplatte
– Stativ
– Waage
– Säureschutzhandschuhe und Gesichtsschutz
– Löffel
– PH-Streifen

 

 

 

Chemikalien
– 180g Natriumhydrogensulfat
– 90g Kochsalz
– 300ml destilliertes Wasser

 

Durchführung
1) In einem 500 oder 1000ml Rundkolben werden 180g Natriumhydrogensulfat mit 90g Kochsalz durch kräftiges schütteln miteinander vermischt.

 

 

 

2) Danach baut man im Grunde die gleiche Apparatur auf, wie im anderen Thread zur Herstellung von Salzsäure schon erwähnt. Allerdings wird der Rundkolben nun durch ein Stativ gehalten. Das Wasser in der Gaswaschflasche sollte so kalt wie möglich sein, um möglichst viel Chlorwasserstoff binden zu können. Unter den Rundkolben wird ein Bunsenbrenner oder ähnliches platziert

 

                                              

 

3) Nun erwärmt man vorsichtig den Inhalt des Rundkolbens, nach einer kurzen Zeit ist genug Wärme vorhanden um die Reaktion in Gang zu bringen. Dies ist deutlich das ein leichtes „brodeln“ im unteren Teil des Rundkolbens zu erkennen, welches sich immer weiter nach oben ausbreitet. In der Gaswaschflasche sind deutliche Blasen aus Chlorwasserstoff zu erkennen, das überschüssige Gas muss dabei unbedingt sofort abgeleitet werden. Entweder in ein Gefäß welches eine schwache Lauge enthält, oder durch die Lüftung nach draußen.

 

                                                   

Im Rundkolben oder der Gaswaschflasche kann sich ein weißer Nebel bilden, dieser entsteht wenn Chlorwasserstoff mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt. Dies ist aber nicht weiter schlimm.

 

4) Nach einiger Zeit (frei wählbar) kann man das erwärmen einstellen und die Gefäße auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Der Säurenachweis wird per PH-Streifen erbracht, allerdings ist die Säure stark verdünnt und enthält noch einige Spuren vom Sulfat, muss also einmal destilliert werden.