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Theoretisches Anfertigen eines .22 lfb/kurz Laufes (glatt, Smooth Bore)

#1
Wie jeder weiß, benötigt man für jede Waffe einen passenden Lauf. Diesen kann man sich kaufen, falls man hier in Deutschland die Möglichkeiten dazu hat. Die meisten die sich hier eine Waffe bauen wollen werden wohl aber auf selbst hergestellte Läufe zurückgreifen müssen. Falls dann so ein "Lauf" angefertigt wird, entsteht meist ein schräges Loch durch ein Stück Rundstahl. Das Patronenlager wird mit einem Bohrer hineingebohrt... (anstatt mit einer Reibahle gerieben) Dann liest man so etwas wie: "Hülse hat sich im Lager verklemmt" oder "die Waffe schießt daneben".

Ich möchte hier theoretisch die Herstellung eines cal. 22 lfb Glattlaufes (Smooth Bore) demonstrieren.
Eine Drehbank ist Voraussetzung.

Zuerst wird ein Stück nathloses Stahlrohr 10x2,50 in der gewünschten Länge eures Laufes in die Drehbank eingespannt, beide Seiten werden Plangedreht. Eine Seite wird um dem Bohrer einen leichteren Anschnitt zu ermöglichen mit einem 45° besser 118° (kommt auf den Spitzenwinkel des Bohres an)  Kegelsenker  leicht ! angefast. Nun wird mit einem HSS Cobalt Bohrer Durchmesser 5,50 mm aufgebohrt, währenddessen muss ausreichend geschmiert/gekühlt werden, also immer 10 mm tiefer bohren, dann den Bohrer ausfahren, entspanen und neu schmieren. Mir ist bewusst, dass der Bohrer, da er keinen Führungszapfen hat, in diesem Schritt verlaufen kann. Eine Alternative währen Bohrer mit Führungszapfen.

Nun, um auf den Zieldurchmesser von 5,70 mm zu kommen, wird eine 5,70 mm Maschinenreibahle in einen Pendelhalter eingespannt und das Rohr wird mit niedriger Drehzahl auf den Zieldurchmesser aufgerieben. Auch muss hier wieder auf ausreichende Schmierung/Kühlung geachtet werden.

Nun kann man das Patronenlager reiben, es werden eine Patronenlagerreibahle, und ein Pendelhalter mit Klemmhülse benötigt. Die Reibahle kommt in die Klemmhülse und die Klemmhülse wiederum in die werkstückseitige Aufnahme des Pendelhalters. Diese Konstruktion wird in den Reitstock gesteckt. Nun wird die Reibahle auf Null ans Werkstück gefahren (Beginn des Patronenlagers), und es wird mit niedriger Drehzahl und ausreichender Schmierung/Kühlung das Lager auf die erforderliche Tiefe gerieben.

Ist das Lager gerieben, wird der Lauf fertig bearbeitet, alle Kanten werden 45° angefast, die Mündung wird mit einem 45° Kegelsenker angefast, besser wäre es "Crowning" einfach mal in YouTube suchen (how to crown a rifle barrel).

Noch ein paar Worte zum Schluss:
Mir ist bewusst das normal der Lauf mittels 4 Backenfutter und Messuhr davor in den Rundlauf gerichtet wird,
aber durch die Benutzung des oben genannten Pendelhalters werden Versatz und Rundlauffehler sowieso kompensiert, außerdem sind wir hier im Hobbybereich....

Um dem Patronenlager noch den letzten Schliff zu geben kann es noch poliert werden, mittels Dremel und Polierscheibe und Stahlpolitur.

Eure Meinung bzw. Kritik ist gefragt !

Mfg,Messerschmitt


   
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#2
Falls man sich keine Drehbank leisten kann, oder einfach keine Lust hat, kann man sich das China-Luftgewehr "B2" im Kaliber 5,5 für 44,95 EUR kaufen und den Lauf weiterverwerten:
https://www.waffen-naunin.de/product_inf...-5-mm.html

Vielleicht bekommt man es sogar noch günstiger in gebrauchtem Zustand.
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#3
Meine Meinung dazu ist,  dass du alles ganz gut durchdacht hast.
Allerdings würde ich dir dennoch empfehlen, einen gezogenen Lauf zu verwenden.
Nicht von einem Luftgewehr, nein, da passen die Drallängen (wie viele Umdrehungen je Lauflängeneinheit) nicht und das .22 LfB Geschoss taumelt ganz schön im Flug, da es einfach nicht ausreichend stabilisiert wird.

Ein Glattlauf ist da noch schlimmer. Wenn du dir das wirklich antun möchtest mit dem Glattlauf, so press doch einfach ein Rifling Button durch (Anmerkung Mod: bei gehärtetem Stahl wird's schwierig im DIY-Bereich).

Oder aber du schaust ins EU-Ausland, noch immer sind Laufrohlinge frei ab 18 Jahre. (Anmerkung Mod: AT, CZ, SK, PL)
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#4
@ fire-in-the-hole: Danke für das Bild ^^  <-- Gerne geschehen <3
und Baustahl sollte normalerweise für sowas ausreichen, gerade bei einem Glattlauf.

@Orakel: Ja, das mit dem Rifling Button ging mir auch durch den Kopf, aber bei den Meisten scheitert es da wohl wieder an einer ordentlichen Presse und ein Glattlauf ist auf kurze Distanzen bereits ausreichend, finde ich.

Zum Luftgewehr-Lauf: Der LG-Lauf hat mehr Züge (meist 12) als ein Feuerwaffenlauf (meist 6), dadurch könnte das Geschoss  überstabilisiert werden und reißt sich selbst sicher etwas über die Züge. Hier gibt es glaube ich noch einem Beitrag von einem User Namens "pyrofreak" der hatte das ganze mal getestet mit ganz guten Ergebnissen.

Mfg,Messerschmitt
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