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Anleitung: Pyrokohle herstellen

#1
Anleitung: Pyrokohle herstellen


Vorwort:
Pyrokohle ist der Überbegriff für sämtliche mittels Biomasse-Pyrolyse hergestellte Kohlen. Als Biomasse-Pyrolyse gilt hierbei die thermochemische Zersetzung organischer Stoffe unter Sauerstoffabschluss und bei Temperaturen zwischen 350 °C und 900 °C.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrokohle


Es handelt sich also um die Herstellungsmethode und nicht um den bevorzugten Verwendungszweck. Es gibt uns aber die Möglichkeit, Kohle verschiedenen Ursprungs selber herzustellen. Wer also gerne etwas experimentieren und vergleichen möchte, für den ist selber „köhlern“ optimal. Ich wollte es mal ausprobieren, da in einer Diskussion um die beste Schwarzpulver-Kohle  immer „Hanfkohle“ fiel und ich die beschriebenen Vorteile (geringe Dichte + poröse Struktur) interessant fand. Da ich kein Hanf da habe, habe ich eine Spelzenmischung genommen, in der Hoffnung das es ähnlich gut funktioniert...


Schwierigkeit: gering
Arbeitsaufwand: gering
Zeitaufwand: sehr hoch






Materialien:
  • eine Metallbehälter / Blechdose (möglichst dicht, keine Plastikteile!!!)
  • Alufolie (optional)
  • Nagel / Schraube o.ä.
  • Schweißer-Handschuhe / Zange / Schaufel
  • Alles um ein Feuer zu machen welches lange brennt
  • organischer Stoff / Holz / Hanf usw. in meinem Fall die Spelzenmischung



Los geht`s!
Man nimmt das Gefäß und schlägt ein Loch, mit dem Nagel, in den Deckel. Ich habe eine Kaffeedose genommen, Weißblechdosen (in denen Metallpulver oft geliefert werden) gehen auch wunderbar.
Das Gefäß wird nun mit dem Ausgangsstoff gefüllt, ruhig bis es komplett voll ist.

   

Dann wird der Deckel drauf gemacht und gegebenen Falls nochmal mit Alufolie gegen abfallen gesichert. Das Loch im Deckel muss frei bleiben.

   


Jetzt müsst ihr ein Feuer machen! Wer das nicht kann hat das falsche Hobby Big Grin
Am besten wird das Brenngut rings um die Dose aufgestapelt und angezündet, so wird die Dose gleichmäßig erhitzt. Bedenkt bei der Wahl des Feuerplatzes, dass das Feuer lange brennen muss. Grillen bzw. Feuer machen sollte da nicht verboten sein. Auch sollte für ausreichend Feuerholz gesorgt werden. Es geht aber auch, wenn man die Dose stümperhaft mitten auf den Grill legt ^^

   

Aus dem Loch im Deckel sollte Rauch austreten oder eine Flamme herauskommen! Das sind Wasserdampf und Gase die aus dem Ausgangsstoff austreten. Das ist gut so, denn Sie hindern den Sauerstoff daran in die Dose zu gelangen. Wenn die Flamme klein/aus ist und nur noch wenig Rauch austritt ist die Kohle fertig. Mit Hilfe der Handschuhe/Zange muss die Dose jetzt aus dem Feuer geholt werden. Zum abkühlen wegstellen und das Loch im Deckel mit einem Stein oder ähnlichem abdecken (Sauerstoffzufuhr vermindern).


ACHTUNG! Metallgegenstände die über Stunden im Feuer liegen, sind heiß und können zu Verbrennungen führen! Big Grin

       

Volumen und Gewicht haben sich deutlich verringert.
Ausgangsgewicht: 400g Spelzenmischung
Ergebnis: 123g Spelzenkohle
Die Kohle „glänzt“ etwas, was aber nach dem mahlen verschwindet. Die Spelzenkohle lässt sich sogar einfach zwischen den Fingern zerreiben.


ACHTUNG! Die Kohle ist auch ohne mahlen schon sehr staubig! Beim umfüllen und weiterverarbeiten sollte eine Maske getragen werden!


Hab zum testen etwas Schwarzpulver gemischt, 20 Minuten per Hand gemörsert um zu sehen ob sich eine Weiterverarbeitung lohnt.

       



Testvideo: https://youtu.be/rNQFmsww-ss


MfG pinkman88
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#2
Ich mache meine Kohle mit Dose und Gaskocher!
   
Mit der Methode kann man auch Grillkohle (zuvor zermahlen) zu Pyrokohle verbessern! 
Geht auch mit Shishakohle.

https://xplosives.net/mybb/thread-30672.html
Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte! Big Grin
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#3
Nicht schlecht, weicht ein bischen von den anderen Anleitungen und Videos ab da dort Holz benutzt wird, aber du hast bewiesen es geht auch mit Spelzen ^^ Das SP im Video sieht nicht gerade schnell aus, nach 6h in der Mühle sollte es das doch aber ?! Evt. länger mahlen ?



Mfg,Messerschmitt
Einigkeit und Recht und Freiheit
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#4
Auch nicht schlecht mit dem Kocher, vieleicht nicht ganz so auffällig Big Grin
Es gibt ja oft verschiedene Wege die zum Ziel füren. Mit den Spelzen wollte ich zum einen mein eigeness Interesse befriedigen, aber auch zum experimentieren anregen. Außerdem habe ich vorher die Spelzen (andere) mit Schwarzpulver überzogen und war mit dem Ergebnis nicht zufrieden (hat sich geändert, ich war nur zu ungeduldig^^). Es war also auch ein Test, was ich sonst mit den 5 Kg Spelzen hätte machen können. Zu dem Thema kommt übrigens auch noch eine Anleitung Smile

Zum Thema Tempo: Auf dem Haufen finde ich es garnicht so schlecht, aber als Linie geb ich dir Recht, da ist noch Luft nach oben. Ich konnte leider nicht länger mahlen, bin nicht immer allein und kann dann nicht so viel "Lärm" machen. Auch weiß ich nicht ob es mit meiner Mühle viel bringt, das Pulver "klebte" schon an den Rändern der Mahlkammer. Hab aber Heute angefangen den Rest der Kohle zu mahlen und wollte es dann nochmal mit dem Nassverfahren machen, wahrscheinlich auch noch eine Portion granulieren.
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#5
So hab jetzt nochmal ein Vergleichsvideo gemacht, alles aus der selbst gemachten Spelzen-Kohle:


https://youtu.be/Ntb5JFVmfvc

MfG pinkman88
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#6
Sehr schöne Kellertreppe....und natürlich auch ein schönes Video in dem man die Unterschiede auch mal wirklich erkennen kann
In throws of rage, I shall hone my craft - In vengeance, I shall have no mercy.  In the mist of battle, I shall have no fear. And in the face of death, I shall have no remorse

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#7
Danke, hab die Treppe vorher sogar extra von Laub befreit  :P das du sowas direkt bemerkst...
Hätte eigentlich gedacht, dass der Unterschied nass/gemahlen größer wäre, aber dafür ist der zum Granulat deutlich zu erkennen.
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#8
Habe die spelzen bisher nur als alternative für reishülsen genommen, aber werde diese methode auch mal probieren,??
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#9
Grillkohle durch weiteres Kohlen zu Pyrokohle aufbessern? Davon habe ich noch nichts gehört... Ich habe die Grillkohle lediglich benutzt, um Aluminium zu gießen.
Wie dem auch sei, diese Briketts sind so hart, man braucht fast einen Presslufthammer, um daraus Pulver zu machen. Wie dem auch sei, ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch einfache Pyrolyse aus Grillkohle etwas für Schwarzpulver taugliches machen kann.
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#10
Ich denke Warlock meint Holzkohle (Die wo man noch die Äste usw. erkennen kann). Diese Briketts sind ja mit allem möglichem gemischt und hinterlassen Asche ohne Ende.

mfg Karl_der_Käfer
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#11
Ich denke man könnte aus Grill-Holzkohle, durchaus Schwarzpulver-Kohle machen. Aus denn Grill-Briketts bestimmt auch...
Ob eine weitere Pyrolyse nötig ist, wage ich zu bezweifeln, da die eigentliche Pyrolyse ja schon abgeschlossen ist. Es müsste also ausreichen die Grill-Holzkohle bzw. Briketts sehr fein zu mahlen. Da die ausgangs Stücke recht groß sind bzw. stark in Form gepresst sind, könnte das  sehr sehr lange dauern.
Die Spelzen konnte ich nach dem verkohlen bereits mit bloßer Hand zerreiben, da sie recht klein und von Natur aus porös sind. Trotzdem habe ich sie noch 8-10 Stunden kugelgemahlen, bis ich mit der Kohle zufrieden war.
Würde mich freuen wenn es einfach mal einer ausprobiert! Ich würde es ja selber teste, hab aber noch ein vorrangiges Projekt....

*spoiler Alarm* Pyrokohle aus "Müll"  Tongue
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#12
Kokos Shishakohle Briketts gehen, hab es schon ausprobiert. Die Briketts lassen sich in heißem Wasser einfach auflösen und man kann einen Teil des Klebers los werden. Bei einer weiteren Pyrolyse wird man Reste vom Kleber und anderer Verunreinigungen los.

Bei billig Holzkohle sollte es schon was bringen.Werde es demnächst mal ausprobieren.
Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte! Big Grin
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#13
So es ist mir gelungen, Schwarzpulver aus Bio-Müll zu machen Cool  naja die Kohle zumindest.

           

Ich habe einfach in die Bio-Tonne gegriffen und alles in die Dose gestopft. Hauptsächlich war es allerdings Rasen, der noch feucht war.
Hier ein Test-Video: https://youtu.be/_yEfktjRXBI
Ich bin mit dem Ergebnis relativ zufrieden, wenn man den Ausgangsstoff bedenkt. Die Pyrolyse hat fast 3 mal so lange gedauert, wie bei den Spelzen und der Gewichtsverlust war übertrieben hoch. Ich hatte die Dose regelrecht gestopft (nicht zu empfehlen). Nach ca. 3 Stunden habe ich immer den Status gecheckt.
1. Pause: Der Inhalt war nun trocken, aber nur minimal verkohlt.
2. Pause: Auf den ersten Blick gut...In der Mitte waren große "Brocken" die komplett unverkohlt waren. Die habe ich mit der Hand zerrieben, so gut es ging. Die ganz festen Brocken habe ich aussortiert.
3. Ende: Jetzt erst war die Pyrolye fertig, wobei auch jetzt noch unverkohlte Stücke dabei waren. 1 mal grob gesiebt...Ergebnis siehe Bild 1.
Fazit: Es lohnt sich überhaupt nicht ... wer hätte es gedacht Tongue  Mehr als 11 Stunden für die Pyrolyse verschwendet (das mahlen und Co. noch nicht mitgerechnet...) Ich kann leider nicht genau sagen, wie groß das Anfangsgewicht war, da meine Wage nur bis 1 Kg funktioniert. Aber ungefähr müsste es 1kg ohne die Dose gewesen sein. Ausbeute sind sage und schreibe 83g !!! Naja war ein Versuch...

Ein weiteres Expiriment habe ich nicht bis zum Ende durchgeführt, da ich keine Chance auf Erfolg sehe...
Kohle aus Baumwolle:
   
Schwarz ist die Baumwolle ja schonmal...Da die Struktur aber immernoch wie bei der Wolle ist, wird das mit dem pulvern wohl nichts. Vieleicht lässt sich was anderes daraus machen...bin für Vorschläge offen Cool
Für mich wars das jetzt auch erstmal mit den Kohle-Tests. Ich hab jetzt erstmal genug Vorräte ^^



MfG pinkman88
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#14
Moin, zur Verwendung der Baumwoll-Kohle: such mal nach Char Cloth. Das ist nicht anderes als verköhlerter Baumwollstoff und ist so eine Art Survival-Feuerstarter. Da muss nur ein Funken drauf fallen, dann ist das Zeug durch Wind nicht mehr auszukriegen. Damit kann man dann mit etwas Übung ein Feuer anzünden.
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#15
Kohle aus Biomüll, Salpeter aus dem Schweinestall bzw. aus nem Misthaufen wäre doch mal einen Versuch wert ?? So Post Apokalyptisch halt ^^
Nein Scherz beiseite, echt ein interessanter Versuch. Ich denke die Verkohlung dauerte deshalb länger weil im Biomüll noch enorm viel Feuchtigkeit war (deshalb auch das grosse Gewicht). Also nächstes mal davor trocknen.
Hätte nicht gedacht das es sich rund um das Thema Kohle so experimentieren lässt, ist echt interessant !



Mfg,Messerschmitt
Einigkeit und Recht und Freiheit
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