Butyrolacton (GBL)

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Butyro-1,4-lacton, veraltet auch ?-Butyrolacton (GBL) genannt, ist das Lacton der Hydroxybuttersäure (GHB) und wird hauptsächlich als Lösungsmittel in der Industrie und als Ausgangsstoff zur Herstellung von Pharmazeutika und Chemikalien eingesetzt. Daneben dient es als Vorläuferstoff des Betäubungsmittels GHB; in Europa und den USA wird die Abgabe von GBL daher durch das sogenannte Monitoring (Name für freiwillige Selbstkontrolle der Händler und Hersteller) überwacht. GBL lässt sich mit relativ einfachen Mitteln zu GHB, einer weiteren Droge synthetisieren.

 

GBL induziert bei oraler Aufnahme in geringen Mengen einen Rausch, der partiell dem Alkoholrausch ähnelt. Weitere mögliche Wirkungen sind Euphorie, Schwindel, Übelkeit, Somnolenz, Mydriasis, angstlösend, antidepressiv, aphrodisierend, starke Entspannung der Muskeln und manchmal auch Kopfschmerzen. Auch Herz-Kreislaufprobleme können sich ergeben, da GBL auf die Katecholamin-Rezeptoren im Gehirn wirkt. Höhere Dosen führen zu einem narkotischen Zustandsbild.

 

GBL ist eine extrem gesundheitsschädliche Droge

 

Jedes Kind weis, das man keine Lösungsmittel, wie GBL, trinkt! Regelmäßiger Konsum führt zu Schleimhautzerstörung, Krampfanfällen und irreparablen Schäden!!!

 

Synthese 1

 

Materialien

  • Bechergläser
  • Herdplatte
  • Destillationsapparatur

Chemikalien

  • 90,1g 1,4-Butandiol
  • 4g Kupferchromit-Katalysator
  • 0,15g Natriumhydroxid (rein)

 

Herstellung

1) In einem Becherglas wird eine Mischung aus 90,1g 1,4-Butandiol, 4g Kupferchromit-Katalysator und 0,15g reinem Natriumhydroxid (oder besser die gleiche Menge reinem Kaliumhydroxid) kräftig verrührt und unter Rückflusskühlung erwärmt.

2) Bei ungefähr 200°C setzt eine heftige Wasserstoffgas-Entwicklung ein, die Temperatur fällt um etwa 10 °C und die Dehydrierung verläuft ruhiger. Die Gasentwicklung endet innerhalb von 3 Stunden.

 

Unterm Abzug, oder draußen arbeiten

 

3) Das Reaktionsgemisch wird auf Raumtemperatur gekühlt und der unlösliche Katalysator abfiltriert.

4) Man destilliert das Filtrat unter Unterdruck und erhält ?-Butyrolacton in einer Ausbeute von 80% zusammen mit ungefähr 10% nicht reagiertem 1,4-Butandiol.

 

Synthese 2

 

Materialien

  • Dreihalskolben mit Rührer
  • Rückflusskühler
  • Herdplatte
  • Schläuche

Chemikalien

  • 500ml 1,4-Butandiol
  • 50g bei 200°C reduziertes Kupfer(II)-hydroxid oder -carbonat
  • Kohlensäure
  • Wasserstoff

 

Herstellung

1) Ein Dreihalskolben mit Rührer von etwa einem Liter Inhalt, mit Rückflusskühler, wird mit 500ml 1,4-Butandiol beschickt.

2) Durch Einleiten von Kohlensäure wird die Luft verdrängt, unter Luftausschluss (CO2, N2) trägt man 50g bei 200°C reduziertes Kupfer(II)-hydroxid oder -carbonat (Farbe: schwarz, nicht rot) oder Raney-Kupfer ein.

3) Man erhitzt dann auf 200-220°C unter mäßigem Durchleiten von Wasserstoff, bis in der Suspension Wasserstoffentwicklung eintritt; nach etwa 8-10 Stunden ist die Reaktion beendet.

 

Unterm Abzug, oder draußen arbeiten

 

4) Nach dem Abfiltrieren des Katalysators wird das Reaktionsprodukt durch fraktionierte Destillation, im Vakuum, isoliert (94°C)

Synthese 3

 

Materialien

  • Becherglas
  • Magnetrührer

Chemikalien

  • 900mg 1,4-Butandiol
  • 50ml Dichlormethan
  • 4g N-Chlorsuccinimid

Anstatt N-Chlorsuccinimid kann auch verwendet werden:

  • Trichlorisocyanursäure
  • N-Bromsuccinimid
  • N-Bromacetamid

 

Herstellung

1) Zu einer Lösung von 900mg 1,4-Butandiol in 50ml Dichlormethan werden 4g N-Chlorsuccinimid gegeben.

2) Die Lösung wird mit einem Magnetrührer 5 Stunden bei 20°C gerührt. Nach einer Filtration wird das Lösemittel unter Unterdruck entfernt.

3) Den Rückstand reinigt man mittels Säulenchromatographie (in der Original-Quelle: Wakogel C-200 mit Dichlormethan als Elutionsmittel), um 756mg Öl zu erhalten.