Pyroholzkohle

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Holzkohle ist der Brennstoff des Schwarzpulvers, weshalb gute Holzkohle das A und O für gutes Schwarzpulver ist. Chemisch betrachtet Handelt es sich dabei nicht nur um „C“ also um Kohlenstoff, sondern es besteht aus mehreren, komplexen, organischen Verbindungen. Stark vereinfacht kann man es mit der Formel C20H7O angegeben, was aber sehr nach Holzart schwankt. Selbstverständlich eignet sich auch nicht jede Holzart, sondern nur weiches Holz. Also meist Holz, das mit sehr schnell wächst.

Wie oben gesagt, sind leichte Holzarten dazu geeignet. Dazu zählen:

  • Faulbaum
  • Erle
  • Weide
  • Pappel
  • Linde
  • Haselnuss
  • Hanf
  • Flachs
  • Weinreben

Natürlich befinden sich auch nicht-brennbare Stoffe im Holz.Hauptsächlich sind es Pottasche, Sulfate und Phosphate. Um diese Stoffe aus dem Holz zu bekommen muss man das Holz „Wittern“ lassen. Dazu lässt man das Holz etwa ein halbes Jahr draußen liegen und unterbaut es, damit es von unten nicht fault. Der Regen „wäscht“ das Holz dann quasi aus.

An sich ist das Wittern nur für Leute gedacht, die wirklich das Maximum aus ihrem Schwarzpulver rausholen wollen. Also spielt es eher eine Nebenrolle.

Für unseren Versuch wurde Weidenholz benutzt

Herstellung

1) Zuerst holt man aus dem nächsten Wald das Weidenholz, und spaltet es in Viertel.

 

 

Bei diesem riesigen Stück ist es wichtig, nur das innere zu nehmen. Denn nur dieser Teil ist wirklich weich und gibt gute Holzkohle. Man kann ihn aber sehr leicht vom äußeren unterscheiden, denn der Dichteunterschied ist wirklich deutlich. Bei kleineren Stücken, die durchgehend die gleiche Dichte haben, ist die Rinde zu entfernen!

2) Diese Stücke müssen nun getrocknet werden. An der Luft dauert das gerne Mal 2-4 Monate. Und der Backofen ist auch keine vernünftige Alternative. Also ist es von Vorteil, einen Trockenschrank oder einen Kaminofen zu besitzen. Das Holz für den Antrieb des Ofens kann man kostenlos im Wald sammeln.

 

Trotzdem dauert der Prozess dann immer noch 5 Tage um einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 10% zu bekommen

 

Die Verkohlung

Zur Verkohlung gibt es 3 Möglichkeiten: Die Meiler-, Gruben- und Retortenverkohlung.

 

Die ersten beiden Varianten eignen sich nur für größere Mengen und ziehen einen großen Aufwand mit sich, weshalb für uns nur die Retortenverkohlung in Frage kommt. Die Retortenverkohlung ist nichts anderes wie eine Destillation, bei der das Holz in 4 Bestandteile getrennt wird:

  • Holzkohle
  • Holzgas
  • Holzteer
  • Holzessig

Da uns die letzten 3 Bestandteile fast gar nicht interessieren, ist so eine Destillationsapparatur schnell improvisiert, nämlich mit einer einfachen Blechdose, in welche man oben einfach ein paar Löcher bohrt, was dann so aussieht:

 

 

1) Die Dosen werden mittels einer Zange in den brennenden Kaminofen gestellt (Löcher nach oben), oder in eine sonstige Feuerquelle. Nach kurzer Zeit sollte aus den Löchern das Holzgas aufsteigen, welches sich dann entzündet:

 

 

Das Holz sollte ca. bei 300°C kohlen sollte, um die leichtentzündliche Rotkohle zu erhalten

 

2) Nach etwa 10 min sollten die Flammen dann erloschen sein:

 

 

3) Die Dosen werden jetzt vom Feuer genommen und sofort mittels Klebeband oder ähnlichen abgedeckt.

 

Es darf nur so wenig Sauerstoff wie möglich an die Kohle gelangen! Sie kann sich dann auch von selbst entzünden

 

4) Zuletzt lässt man das ganze auf Raumtemperatur abkühlen, und öffnet vorsichtig die Dose.

 

 

Der Holzteer lagert sich ganz fein am Rand der Dose ab und verteilt sich bei schnellen öffnen des Deckels sofort überall wie feiner Staub

 

Zum Test kann man nun ein Stück nehmen und es durchbrechen, um zu sehen ob wirklich das ganze Holz verkohlt wurde. Ist das Holz im Querschnitt durchgehend schwarz ist die Kohlung gelungen